Historischer Ort am Elbufer

Vis á vis von Schlosskirche, Semperoper und Sächsischem Landtag steht ein Museumsbau von stattlicher Dimension. August der Starke wollte seinerzeit seine kostbare Porzellansammlung darin würdevoll deponieren. Später fand die Sächsische Landesbibliothek mit einem eigenen Buchmuseum darin ihren Platz. Im Krieg bis auf die Grundmauern niedergebrannt, wurde das Japanische Palais in den 1950er Jahren wieder rekonstruiert. Das Landesamt für Archäologie, das Museum für Völkerkunde Dresden und die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen waren in den folgenden Jahrzehnten die Nutzer. Seit dem Krieg ohne eigenes Museumsgebäude können heute auch die Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden im Japanischen Palais wechselnde Ausstellungen präsentieren.

Plakat-Dresden

»Die Ausstellung ist eröffnet!«

Am Freitag Abend wurde unsere Ausstellung im kleinen Kreis der Museumsmitarbeiter eröffnet. Altes Blechspielzeug ist ganz gewiss kein Forschungsschwerpunkt für die Wissenschaftler bei den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen in Dresden. Um so mehr waren sie von der bunten Artenvielfalt überrascht und beinahe jeder entdeckte ein vertrautes Spielzeug aus den eigenen Kindertagen. In geselliger Runde fand der stimmungsvolle Abend in einem gepflegten Dresdner Weinlokal seinen Ausklang.

Zurück in Dresden

Der Ausstellungsaufbau in Dresden war für uns eine Rückkehr an einen vertrauten Ort, denn im vergangen Jahr feierte im Japanischen Palais die Ausstellung »Senckenbergs verborgene Schätzte« ihre Premiere. Mit Birgit Walker war es einmal mehr eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit. Alle organisatorischen Unwägbarkeiten hatte sie im Vorfeld aus dem Weg geräumt und auch beim Aufbau behielt sie die Übersicht und packte tatkräftig mit an. Unser herzlicher Dank gilt außerdem Roland Schmidt, der nicht nur in schwindelnder Höhe mit ruhiger Hand seine Arbeit verrichtet, sondern der zudem wie ein umsichtiger Gastgeber darauf acht gab, dass wir jederzeit mit heißem Kaffee und kalten Getränken versorgt waren. Rita Krause war uns ebenfalls beim Aufbau eine große Hilfe, denn ihr scharfer Blick erwies sich als viel präziser als jede Wasserwaage.

Danke Dornbirn!

Kinder, wie die Zeit vergeht! Gerade aufgebaut, konnten wir unsere Ausstellung schon wieder abholen. Für uns war auch das eine Freude, denn es gab ein herzliches Wiedersehen mit der Museumsmannschaft. Nach einem letzten Blick war alles schnell abgeräumt und damit war wieder Platz für Neues. Es folgt eine Ausstellung über kostbare Mineralien, ganz sicher eine spannende Sache. Die Mechanische Tierwelt sagt nochmals Danke und macht sich auf den Weg. Die nächste Station folgt ab November in den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen im Japanischen Palais in Dresden.

INATURA – Erlebnis Naturschau Voralberg

In den historischen Gebäuden der ehemaligen Rüsch Werke in Dornbin hat seit  2003 die ehemalige Voralberger Naturschau ihr Zuhause. Hier, wo früher Turbinen für Wasserkraftwerke gegossen wurden, können heute die Besucher eines der innovativsten Naturmuseen Österreichs erleben. Thematisch bezieht sich die INATURA auf die Region Voralberg, deren geologische Beschaffenheit und Entwicklungsgeschichte. Zudem dokumentiert die Ausstellung anschaulich den heutigen Lebensraum für vielfältige Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus führt der Blick auf den Menschen und die Funktionsweisen seines Körpers. All das ist nicht nur etwas zum Anschauen, sondern überall auch etwas zum Anfassen, Bewegen, Mitmachen und im besten Sinne des Wortes – zum Begreifen. Das dies in vergangenen Zeiten ein Ort schwerster Arbeit war, manifestiert sich in den robusten Hinterlassenschaften der Eisengießerei, die ganz bewusst nicht aus dem Weg geräumt wurden und wie schon vor hundert Jahren dreht sich das alte Wasserrad und schlägt mit lautem Klappern beständig den Takt in dem sich hier einstmals alles bewegte. Bis zum 8. Oktober 2015 ist die »Mechanische Tierwelt«  an allen Tagen der Woche in der INATURA zu sehen. Mehr Informationen: www.inatura.at

 

Eröffnung in der INATURA – kennenlernen und wiedersehen

Gut gelaunt eröffnete Direktorin Ruth Swoboda die »Mechanische Tierwelt« in der INATURA. In bester Stimmng kamen die Gäste anschließend miteinander ins Gespräch. Wir konten Herrn Dr. Ruess begrüßen. Der Direktor der Göppinger Museen hatte sich mit seinen Kollegen auf den Weg begeben, um sich selbst ein Bild von der Ausstellung zu machen. Im kommenden Jahr werden unsere Blechtiere im neu eröffneten Göppinger Stadtmuseum gezeigt. Unter den Gästen trafen wir auch unseren Freund und Förderer Toni Bürgin, bei dem wir bereits im Naturmuseum St. Gallen unsere Fotosafari zeigen und mit dem wir gemeinsam das Buch zur Ausstellung realisieren konnten. Für uns war die Eröffnung zudem eine Gelegenheit, uns bei Herrn Dr. Schmid, dem Geschäftsführer der INATURA, Mathias Gord und Christine Tschisner zu bedanken und uns mit ihnen über die gelungene Ausstellung zu freuen.

Ausstellungsaufbau in der INATURA

Bei unserer Ankunft in der INATURA staunten wir nicht schlecht. Uns erwartete das scheinbare Chaos einer vitalen Baustelle und zudem Museumsmitarbeiter, die tatkräftig dabei waren, ein jedes Ding an seinen vorbestimmten Platz zu rücken. Die Raumhöhe des historischen Industriebaues erlaubte es, jeweils zwei großformatige Fotos übereinander zu präsentieren. Unsere Sammlung der Blechtiere wurde verschiedenen Themeninseln zugeordnet und korespondierte ganz wunderbar mit ausgesuchten Objekten der naturhistorischen Sammlungen des Museums. Konnten wir in Aschaffenburg, Rotterdam und Frankfurt am Main bereits unsere Tiere in die Dauerausstellung der Museen integrieren, wurde nun erstmals eine museale Sammlung ganz zielgerichtet mit der Mechanischen Tierwelt zu einer neuen thematischen Einheit verschmolzen. Für diese spannende Neuinterpretation des Themas danken wir sehr herzlich Direktorin Ruth Swoboda und Kurator Mathias Gort, wie auch für ihre unermütliche Unterstützung der Sammlungsleiterin Christine Tschisner, den beiden Zivildienern Jonas Fink und Lorenz Lassner, wie auch allen anderen Mitarbeitern der INATURA, die uns hilfreich zur Seite standen und uns so freundlich in Dornbirn aufgenommen haben.

Ein Wiedersehen nach Jahrzehnten

Herr Jenert staunte nicht schlecht, als wir ihm beim Ausladen der Ausstellung im Hausflur begegneten. »Das kenn ich, das Pferd, da habe ich schon als Kind drauf gesessen!« Das wollten wir natürlich genauer wissen. Gemeinsam mit unseren beiden Broncos statteten wir dem rüstigen Rentner einen Besuch ab. Er erzählte aus seinem bewegten Leben, als Decksmann, Bootsführer und Leiter auf dem Bau. Und er erinnerte sich an die Kindheit in Zittau, als er 1946 gemeinam mit seinem Vater ein Materiallager der Russischen Armee aufsuchte, in dem neben allerlei Brauchbarem und Transportablen auch ein solches englisches Spielzeugpferd zu finden war. Mit seinen 8 Jahren war er schon etwas groß, aber dennoch wollte er unbedingt einmal darauf reiten. Gemeinsam mit Bronco und Herrn Jenert gingen wir in den Keller. Hier in seiner Werkstatt wollte er den alten Bekannten seiner Kindertage genauer unter die Lupe nehmen, um endlich, nach all den Jahren, auch dessen ausgefeilte Mechanik zu verstehen.